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Paul Dessau >>>
war ein deutscher Komponist und Dirigent.

Paul Dessau wurde in eine Musikerfamilie hineingeboren. Eine Karriere als Violinsolist musste er aufgrund einer Schwäche der linken Hand im Alter von 16 Jahren aufgeben. Der Rat, seiner musikalischen Begabung eine andere Richtung zu geben, führte Dessau nach Berlin. Dort durchlief er ab 1909 am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium eine vierjährige Ausbildung zum Kapellmeister. Seines erstes Engagement führte Dessau als Korrepetitor an das Hamburger Staatstheater, wo er nicht nur die wichtigsten Werke der Zeit einstudieren und die Arbeit der Dirigenten Felix Weingartner und Arthur Nikisch studieren durfte, sondern auch erstmals Kompositionsunterricht nahm. Im Herbst 1915 wurde Dessau zum Kriegsdienst eingezogen. Ein halbes Jahr im Schützengraben an der französischen Front bedeuteten für den Menschen und Künstler Dessau einen tiefgreifenden Einschnitt, er entwickelte eine entschieden antimilitaristische Haltung. Nach seiner verletzungsbedingten Rückkehr nach Deutschland wurde Dessau für den Rest der Kriegszeit einer Militärkapelle zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Dessau in der Saison 1918/1919 erneut an die Hamburger Kammerspiele verpflichtet, in der darauf folgenden Spielzeit wechselte Dessau an die Kölner Oper unter Otto Klemperer. Aus der vierjährigen Zusammenarbeit mit Klemperer erwuchs eine lebenslange Freundschaft. 1923 wurde Dessau Erster Kapellmeister in Mainz. 1925 übernahm Dessau die Position als Erster Kapellmeister an der Städtischen Oper Berlin unter Bruno Walter. Dessaus wachsender Unzufriedenheit mit dem Musiktheaterbetrieb standen in dieser Zeit die ersten Erfolge als Komponist gegenüber: Er erhielt 1925 den renommierten Preis des Musikverlags Schott für sein Concertino für Solo-Violine mit Flöte, Klarinette und Horn (1924). Aufgrund der Differenzen mit Walter endete Dessaus Opernanstellung 1927, und er schwor dem Musiktheater ab. Um jeden Preis wollte er jedoch seine kompositorischen Studien und Arbeiten fördern und weiterentwickeln. Die hierfür notwendigen Mittel beschaffte er sich in der Folgezeit durch kompositorische Mitarbeit an mehreren Filmen. Dessau hat sein filmmusikalisches Schaffen später als „eine eigentümliche, aber wichtige Schule“ eingeordnet. Ab 1928 arbeitete er als Geiger, Kapellmeister und Komponist am Berliner Erstaufführungskino „Alhambra“. Er schuf illustrative Begleit- wie eigenständige Originalmusik und vertonte Kurzstummfilme, darunter Walt Disneys Frühwerk Alice in Cartoonland. Mit der Ablösung des Stummfilms durch den Tonfilm endete Dessaus Verpflichtung am Kino „Alhambra“, Dessau entwickelte sich nun zu einem der führenden Filmkomponisten der ersten Tonfilme. Er schrieb umfangreiche Filmmusiken, zunächst für sogenannte Filmoperetten wie Die große Attraktion mit dem Tenor Richard Tauber, später für die monumentalen Berg- und Abenteuerfilme von Arnold Fanck. Dabei experimentierte Dessau, stets bemüht, einen neuen Klang in seinen Filmmusiken zu entwickeln, mit der bausteinhaften Kombination verschiedenster Stilelemente unter Verwendung eines größtmöglichen Orchesterapparates. 1929 brachte Dessau seine erste experimentelle Tonfilm-Musik Episode beim Kammermusikfest Baden-Baden zur Aufführung. Dort traf er auch zwei Jahre zuvor erstmals auf Bertolt Brecht – ein Kontakt, der für die Zukunft weitreichende Folgen haben sollte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Dessau, der als politisch links orientierter, fortschrittlicher Komponist jüdischer Abstammung dreifacher Verfolgung ausgesetzt gewesen wäre, nach Frankreich. Seinen Lebensunterhalt verdiente Dessau weiterhin mit Filmkompositionen. Das Exilleben trug entscheidend zur Politisierung Dessaus und seiner Musik bei sowie zur Ausprägung seines geistigen Standorts – als politischer Künstler, als Komponist einer avancierten Tonsprache und als Verfechter eines gestischen Musizierkonzepts. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte Dessau im Herbst 1939 in die USA, wo er sich anfänglich ein knappes Einkommen mit Aushilfsarbeiten bei einem Verlag verdiente. Er führte Kompositionsaufträge aus und trat sporadisch mit eigenen Liedern auf. 1942 kam es zur Wiederbegegnung mit Bertolt Brecht, auf dessen Anregung er 1943 nach Los Angeles übersiedelte. Hier begann ein neuer Abschnitt in Dessaus Schaffen: Das erste Projekt der Zusammenarbeit mit Brecht war das Antikriegs-Oratorium Deutsches Miserere, außerdem entstanden die Musik zu Mutter Courage und ihre Kinder, die nicht fertiggestellte Oper Die Reisen des Glücksgotts sowie die Bühnenmusik zu Brechts Der gute Mensch von Sezuan. 1948 kehrte Dessau nach Deutschland zurück und ließ sich in Ost-Berlin nieder. Er entschied sich bewusst für die Sowjetische Besatzungszone, die spätere DDR, in der Hoffnung, am Aufbau eines sozialistischen, demokratischen Deutschlands mitzuwirken. Dessau engagierte sich sehr für den Aufbau eines lebendigen Kulturlebens in der DDR. Trotz seiner idealistischen Verbundenheit und dem Glauben an die Notwendigkeit des sozialistischen Weges wahrte er eine kritische Distanz gegenüber dem eigenen Staat und der Vereinnahmung seiner Person als Repräsentationsfigur. Autor:20er_jahre_ausstellung_HVST

geboren am: 19.12.1894 in Hamburg, vor 126 Jahren
gestorben am: 28.06.1979 in Königsnigs Wusterhausen bei Berlin , vor 41 Jahren ... im Alter von 85 Jahren

Profession: DirigentIn KomponistIn
Nationalität: deutsch
Wikipedia: Paul_Dessau

________ ausgewählte Werke: ____________________

1930 Filmmusik - (Walt Disney)
Datum geschätzt


_______ ausgewählte Lebensereignisse: ___________________


______ Zeiten Orte Länder ______
1929-1930 Berlin-Charlottenburg, Schlüterstraße 48 Deutschland P. Dessau
1929-1930 Berlin-Charlottenburg, Ulmenalle 48 Deutschland P. Dessau
1933-1934 Berlin-Dahlem, Friedbergstraße 5, Friedbergstraße, jetzt Rudeloffweg Ecke Unter den Eichen Deutschland P. Dessau
 

Personenreport vom 2020-12-01


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